Fremde

Die nunmehr vor einem halben Jahrzwölft beendete Belagerung hatte die Stadt hart getroffen. Lange Zeit war man mit dem Wiederaufbau beschäftigt und insbesondere der Bau der neuen Stadtmauer hatte Unmengen an Steuergeldern verschlungen. In den vergangenen Jahren jedoch erlebte Neu Ismilia einen unerwarteten wirtschaftlichen Aufschwung. Handelshäuser und Unternehmer aus den Städten des Lettrischen Städtebundes, wie etwa Prechtigshaven, Bingen oder Felsdorn, widmeten der Stadt nun mehr Aufmerksamkeit. Diese Periode des Aufschwungs wurde in der letzten Zeit allerdings allmählich von der Bedrohung durch die Korsaren überschattet. Den abwehrenden Kreuzzügen des Ordens zum Trotze rücken sie im Archipel von Insel zu Insel immer weiter in den Süden; gefährlich nahe an die Tol Avestoischen Handelsrouten. So ist es nicht verwunderlich, dass die Bewohner der nördlichen Küstenstädte, die es sich leisten können, Zuflucht in den Binnenstädten suchen. Neu Ismilia wird dabei wohl keine Ausnahme bleiben.

vastosVastos: Die auf der Nachbarinsel Tol Malat gelegenen Hafenstadt Vastos - einst noch unter avestianischer Herrschaft - wird neuerdings vom Handelsprinzen Arbatax regiert. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich Arbatax im gesamten Ismilianischen Archipel ein ausgedehntes Handelsimperium aufgebaut, das bis zum Festland reicht. Dieser schnelle Aufschwung sei - so sagt man - Arbatax' eisernem Führungsstil und der mitunter aggressiven Verteidigung der vastischen Handelsrouten zu verdanken. Dies stößt besonders im Lettrischen Städtebund nicht immer auf Gegenliebe; angesichts der formidablen, von den Vasten angebotenen Preise, wird darüber aber immer wieder gerne hinweggesehen. Hat Arbatax vor ein, zwei Jahren noch offensiv versucht, sein Handelsnetz - wie etwa nach Neu Ismilia - weiter auszubauen, ist es in den vergangenen Monaten verdächtig still um den Handelsprinzen geworden. Nur noch selten finden seine Handelsdelegationen ihren Weg in entlegene Gebiete, und es heißt, dass schon einige vastische Offiziere und Händler den Dienst unter der Krabbe, dem vastischen Wappentier (ein bekanntlich wehrhaftes Tier, welches den Schild Mendax' am Rücken trägt) verlassen hätten. Ob dies in Zusammenhang mit den Korsarenangriffen aus dem Norden steht?

(N.B.: Bei Ismilia 4 wird es keine vastische Handelsdelegation geben - vastische Charaktere können zwar bespielt werden, aber nur in 'privater' Mission als HändlerIn, reisendeR KünstlerIn o.ä.)

PrechtigshavenPrechtigshaven: Als größter Hafen der Insel Tol Avestoi ist Prechtigshaven wohl einer der wichtigsten Handelspartner Neu Ismilias. Die Stadt ist Teil des Lettrischen Städtebundes und steht unter avestianischer Herrschaft. Daneben gibt es zahlreiche kleinere wie größere bürgerliche Handels- und Bankhäuser, wie etwa die Meinhardts oder van Haselhoovens, welche in aller Regel Haus Avesta nahe stehen. Die Stadt hat sich weitestgehend von den heftigen Stürmen und Überschwemmungen vor zwei Jahren erholt. Doch, so heißt es in der wohl informierten Gesellschaft der prechtigshavener Händler, dies sei angesichts der drohenden Korsareninvasion aus dem Norden, nur eine Bewegung vom Regen in die Traufe.

BingenBingen: Es heißt, in Bingen würden sogar die Seemannslieder im Takt der Schmiedehämmer gesungen. Die an der östlichen Küste Tol Avestois gelegene Stadt ist vor allem für ihren Bergbau bekannt. Bingener Stahl ist ein begehrtes Handelsgut und findet sogar am Festland Abnehmer. Neuerdings beschert die Korsarenbedrohung der Stadt einen - wohl eher zweifelhaft erfreulichen - Aufschwung im Handel mit Waffenstahl. Wie Prechtigshaven und Neu Ismilia ist Bingen Teil des Lettrischen Städtebundes; die Stadt wird traditionell von Haus Nurhn regiert. Haus Avesta hat hier wenig zu sagen und auch eine freibürgerliche Bewegung konnte sich bis heute nicht so recht etablieren.

Der ismilianische Archipel: Neben Tol Avestoi gehören noch die Inselgruppen Kap Vesti, Wittenskaw, Tol Malat (mit dem Händlerstadtstaat Vastos) und Dorchen zum Ismilianischen Archipel. Den immer häufiger werdenden Angriffen der Korsaren aus dem Norden ist es geschuldet, dass sich mehr und mehr Flüchtlinge auf den Weg zu den südlicheren Inseln Tol Malat und Tol Avestoi machen. Dabei können sich in der Regel nur wohlhabendere Menschen die kostspieligen Überfahren leisten. Nicht selten sind es die, die ohnehin nichts haben, welche Tod oder Versklavung durch die Korsaren erwartet. 

Das ismilianische Festland: 

Die zwei wohl größten Städte ganz Ismilias sind das nurhnische Felsdorn und der weiter südlich am Fjordandelta gelegene Ordenshafen Corpus Ismilia. Zwar hält man im Ismilianischen Archipel im Allgemeinen nicht allzu viel von den Festlandismilianern, doch ihren Einfluss auf das Geschehen auf den Inseln kann man wohl nicht leugnen. Besonders Corpus Ismilia spielt eine große Rolle als religiöses Zentrum der Region, dient andererseits aber auch als Zwischenhändler für Waren aus fernöstlichen Gebieten; bis hin zur sagenumwobenen Stadt der Heilung Corpus Cacranis und noch weiter.

Weitere Inspirationen für die Herkunft eines 'Fremden'-Charakter könnt ihr im Almanach finden.

Outtime-Info:

  • Gecastete Rollen: Auch die Fremdfraktionen sind gecastete Rollen die aus der Ismilianischen Welt stammen. Bitte schreibt uns bei der Anmeldung eure Ideen zur Rolle, Herkunft und/oder eurem Beruf (HändlerIn, HandwerkerIn, Wache, HandlangerIn, ...)
  • Geeignet für: Jeden, der sich nicht auf keine Gruppierung festlegen will und ehemalige Vasten.
  • Frustpotential: Beachtet bitte, dass gerade die fremden HändlerInnen wegen ihrer mangelnden sozialen und wirtschaftlichen Einbettung in die Stadt nicht unbedingt leicht zu spielen sind. Es wird sehr auf euer Verhandlungsgeschick ankommen, ob ihr euch durchsetzen könnt! 
  • Unterbringung: In Betten des avestischen Hotels im 2. Stock der Burg. 
  • Inspiration: Als Fremde habt ihr viele Möglichkeiten eigene Ideen einzubringen. Anregungen findet ihr im Almanach.
  • Maximal 12 SpielerInnen.

“Na schau einer an! Schon wieder so ein reicher Gockel aus dem Norden! Die glauben wohl sie können es sich gemütlich bei uns in Neu Ismilia einrichten – während sie die Fischer und Bauersleut den Korsaren zum Frass vorwerfen. Der soll nicht glauben, dass wir hier auf Feiglinge aus dem Norden gewartet haben!”